Sehnenerkrankungen der Hand


Tendovaginitis stenosans de Quervain


Unter dieser Diagnose versteht man eine lokale Entzündung bedingt durch eine Einengung des ersten von sechs Strecksehnenfächern am Handrücken. Dieses liegt an der Daumenseite der Speiche. Durch dieses Sehnenfach verlaufen die Sehnen des kurzen Daumenstreckmuskels sowie des langen Daumenabspreizmuskels.

Die Beschwerden entstehen durch übermäßige Beanspruchung oder bei anatomischen Besonderheiten und treten bei Frauen etwa achtmal häufiger auf als bei Männern. Die Patienten beklagten daumenseitige Schmerzen am Handgelenk mit Ausstrahlung zum Daumen. Mitunter findet sich eine Schwellung
und Rötung auf der Speichenseite des Handgelenkes. Die Beschwerden können sich akut über Nacht aber auch allmählich entwickeln. Die klinische Untersuchung ist richtungweisend, in Ausnahmefällen kann die Anfertigung von Röntgenbildern oder die Durchführung einer Magnetresonanztomografie erforderlich sein.

Lokale Entzündungsreaktionen eines Strechsehnenfaches – die Therapie ist konservativ oder operativ möglich

Die Therapie ist sowohl konservativ als auch operativ möglich. Das Einspritzen von Kortison in den Sehnenkanal kann die Beschwerden zum Abklingen bringen.

Die Operation erfolgt in der Regel ambulant, wobei die Haut über dem ersten Strecksehnenfach eröffnet und das Sehnenfach längs gespalten wird. Nachdem das harmonische Gleiten aller Sehnen kontrolliert wurde, erfolgt die Naht der Hautwunde. Nach der Operation ist ein sofortiges Bewegen des Daumens erforderlich, um ein Verkleben der Sehnen zu vermeiden. Die Wundheilung ist mit der Fadenentfernung nach 2 Wochen beendet.

Tendovaginitis stenosans/ Ringbandstenose/
Schnellender Finger



Gebräuchliche Synonyme für diese Erkrankung sind der Schnapp-Finger, Trigger-Finger oder schnellender Finger. Es handelt sich bei der Erkrankung um eine lokale Entzündung im Bereich der Beugesehnen bedingt durch eine Einengung der Sehnenscheide/ der sogenannten Ringbänder und/oder durch
eine Verdickung der Sehne. Die Sehnen können nicht mehr ungehindert in ihrem Kanal gleiten, so dass es zu dem Phänomen des Schnappens kommt.

Ursächlich sind häufig Alterungsprozesse, hormonelle Ursachen, Rheuma aber auch Zuckerkrankheit zu nennen.Vor allem am Morgen ist die Beweglichkeit des betroffenen Fingers eingeschränkt. Zusätzlich kann ein lokaler Schmerz an den Grundgelenken der Finger verspürt werden. Im fortgeschrittenen Stadium ist dann das Schnappen auslösbar, welches sich bis zur völligen Blockade des Fingers in Beugestellung steigern kann.

Schon die klinische Untersuchung allein erschließt die Diagnose. Bei noch mittelgradig ausgeprägtem Befund kann konservativ eine Injektion mit Cortison zur betroffenen Beugesehnenscheide, ggf. in Kombination mit der Einnahme von entzündungshemmenden Medikamenten zur Linderung führen.

Bei Blockade des Fingers und fortbestehendem Schnappen ist die Operation angezeigt. Bei der in der Regel ambulanten Operation wird über einen schrägen oder winkelförmigen Hautschnitt in Höhe des Grundgelenkes des betroffenen Fingers die Beugesehnenscheide dargestellt und das erste Ringband, welches die Sehnenscheide am Knochen fixiert, längs gespalten. Ist das Sehnengleitgewebe entzündet, wird dies zusätzlich entfernt und ggf. zur feingeweblichen Untersuchung geschickt. Das harmonische Gleiten der Sehnen wird überprüft und der Hautverschluss erfolgt mittels Naht.

Schon am Operationstag sollen die Finger in vollen Bewegungsumfang bewegt werden, um ein Verkleben der Sehnen zu vermeiden. Die Entfernung der Fäden ist nach 2 Wochen möglich. Das Tragen von Ringen sollte bis zum vollständigen Abschwellen unterlassen werden.