Hammer- und Krallenzehen


Ursachen


Die Krallenzehe „krallt“
sich in die Schuhsohle und
verursacht schmerzhafte
Hühneraugen.

Patienten machen nicht selten enge Schuhe für die häufige Zehendeformität Hammerzehe oder Krallenzehe verantwortlich. Krallenzehen können auch durch einen Nervenschaden bedingt sein, der seine Ursache in Erkrankungen wie Diabetes oder Alkoholmissbrauch hat und die Fußmuskulatur schwächen kann. Hinzu kommen funktionelle Instabilitäten des Fußes, der durch eine vermehrte Krallung mit den Zehen ausgeglichen wird. Wenn Sie eine Krallenzehe haben, dann „krallt“ sich die Zehe in die Schuhsohle und verursacht schmerzhafte Hühneraugen (Clavi). Krallenzehen nehmen ohne Therapie zu und können mit der Zeit zu einer fixierten Deformität werden. Im weiteren chronischenVerlauf kann es dann zu einer Luxation der Zehen im Grundgelenk kommen, begleitet von einer reaktiven Überbelastung des Vorfußes im Bereich der Mittelfußköpfchen. So leidet der Patient dann auch noch an einer Transfermetatarsalgie.

Symptome


  • Ihre Zehen sind abwärts gebeugt (Flexion) im Mittelgelenk, Richtung der Sohle Ihres Schuhs (Hammerzehe).
  • Bei Krallenzehen sind die Zehen noch zusätzlich im Grundgelenk aufwärts gebeugt (Extension).
  • Manchmal sind die Zehen auch noch im Endgelenk abwärts gebeugt und wickeln sich unter den Fuß (Klauenzehe).
  • Hühneraugen und Schwielen können sich auf der Zehe oder unterwärts am Fußballen ausbilden.

Konservative Therapie


Wird das Gewicht besser
auf den Vorfußbereich verteilt,
werden Beschwerden
gelindert.

Hammer- und Krallenzehen sind zunächst üblicherweise flexibel, neigen aber dazu mit der Zeit zu einer rigiden Fehlstellung zu werden. Im Frühstadium kann ein Tape, eine kleine Schiene oder Einlagen mit retrokapitaler Abstützung und Zehenbänkchen den Zeh in die korrekte Position zu bringen. Zusätzliche Tipps sind:

  • Tragen Sie Schuhe mit weichen und weiten Zehenboxen. Meiden Sie enge Schuhe und hohe Absätze.
  • Dehnen und Strecken Sie Ihre Zehen täglich mit der Hand in ihre normale Position.
  • Trainieren Sie Ihre Zehen, in dem Sie z.B. Murmeln aufheben oder ein Tuch auf dem Boden zusammenknüllen; stabilisierende Fußgymnastik

Wenn Sie schon Hammer- und Krallenzehen im späteren Stadium haben und die Fehlstellung teilfixiert ist:

  • Eine spezielle Abstützung im Schuh bzw. Einlage kann das Gewicht auf den Vorfußbereich besser verteilen und so Beschwerden lindern.
  • Versuchen Sie extraweite Schuhe mit weitern 1,5cm Platz in der Zehenbox.
  • Ggf. bitten Sie einen Schuster eine kleine Tasche in die Zehenbox zu dehnen, um der Fehlstellung mehr Platz zu schaffen.

Einlagenversorgung


Einlagen sollten auf Basis einer dynamischen Messung gefertigt werden. So können wir Sie exakt und individuell versorgen.

Eventuell sind Ihre
Beschwerden nur durch
einen operativen Eingriff
linderbar.

Als Basis für die Fertigung von Einlagen ist eine dynamische Messung sinnvoll.

Mittels einer Plattform wird die präzise Fußstellung und die eingeleiteten Druckkräfte sowohl bei statischen als auch bei dynamischen Abläufen erfasst. Somit ist eine exakte Erfassung der Fußreaktionskräfte und der Körperschwerpunkte im Stehen und Gehen möglich. Die Software ermöglicht es, die in Echtzeit dargestellte Fußdruckverteilung für die individuelle Patientenversorgung zu übernehmen. Die ausgereifte Messtechnologie bietet
hohe Sensitivität und Auflösung.

Das System ermöglicht folgende Messungen:

  • statische Fußdruckmessung zur Erfassung der Druckverhältnisse im Stehen
  • statische Gleichgewichts- bzw. Schwerpunktermittlungen für jeden einzelnen Fuß und für den gesamten Körper, um Haltungsdefizite zu erfassen
  • Messungen im Gehen zur Erfassung der dynamischen Druckverteilung an den Füssen sowie zur Erfassung des Gangbildes und Gleichgewichtsverhaltens des Körpers, um diese mittels der speziellen von uns mit entwickelten Software bei der Einlagenversorgung zu berücksichtigen.

Operative Therapie


Vor jeder Therapie steht eine exakte Diagnostik. Grundvoraussetzung sind radiologische Bilder mit mindestens 2 Einstellungen unter Vollbelastung des ganzen Fußes. Nur so ist eine exakte patientenindividualisierte Versorgung gewährleistet.

Eine lang dauernde Fehlstellung der Zehen in Kombination mit einer Überlänge der Mittelfußknochen kann zu einer massiven und schmerzhaften Vorfußüberlastung führen. Dies bezeichnen wir als Transfermetatarsalgie.

Wenn diese konservativen Therapiemöglichkeiten nicht ausreichen, kann Ihnen dann mit einem operativen Eingriff geholfen werden. Hierbei kommen je nach Fehlstellung, knöcherner Struktur und Zustand der Sehnen die unterschiedlichsten OPVerfahren zur Anwendung.

Das Operationsverfahren
entscheiden wir sehr
individuell unter Berücksichtigung
aller anatomischen
und funktionellen Gegebenheiten
des gesamten Fußes
und der unteren Extremität.

  • Sehnenverlängerungen bzw. Verlagerungen der Langzehen, ggf. in Kombination mit einer Gelenkplastik nach Hohmann bzw. Versteifung kleinerer Zehengelenke zur kompletten Zehenkorrektur bei flexiblen Grundgliedern.
  • Dreidimeniosnale Korrektursoteotomie des Mittelfußköpfchens nach Weil (Fixation mit 2,0 mm Titanschrauben) als zusätzliches Verfahren bei subluxierten oder luxierten Grundgliedern und einer Transfermetatarsalgie.
  • Korrektur bzw. entlastende Mittelfuß Operation nach Uthoff bei flexiblen Grundgliedern.

Unser oberstes Ziel ist im Rahmen der Vorfußchirurgie gelenkerhaltend zu operieren. Hierbei kommen international anerkannte und standardisierte Operationstechniken zur Anwendung: